Gruppenselbsterfahrung im Spiel

Psychoanalytiker*innen für Kinder und Jugendliche sehen im Spiel einen „Königsweg zum Unbewussten“, das unsere tief verborgenen Ängste, Konflikte und Wünsche offenbart. Das konkrete Tun wurzelt oft in „unverstandenen“ Erfahrungen und Phantasien, die über verschiedene Medien (Spiele, Körper, Kunst, Geschichten ...) bzw. im „Handlungsdialog“ in der Gruppe mitgeteilt werden. In der psychotherapeutischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sind wir in besonderer Weise gefordert, uns auf die altersspezifischen Ausdrucksmöglichkeiten unserer Patient*innen einzulassen. Dazu gehört Mitspielbereitschaft, die im Sinne des intersubjektiven Prinzips einen gemeinsamen Erfahrungsraum eröffnet.

Module

1. „Märchen und Geschichten“

Wir sind in eine Lebensgeschichte eingebunden und erschaffen sie uns zugleich ständig neu mittels unserer ureigenen schöpferischen Kraft. Mit einem ausgewählten Märchen wollen wir uns in die Entwicklung des Helden spielerisch einfühlen, ihr nachspüren und sie verstehen, um dabei in Kontakt mit eigenen unbewussten Mustern zu kommen, die wir kreativ zum Ausdruck bringen und dadurch verwandeln können.

2. „Spiel-Sachen“

Das Spiel mit Gegenständen ermöglicht einen Zugang zu tief verborgenem Erleben. Im Fantasiespiel finden un- und vorbewusste Themen eine äußere Gestalt und werden als Szene sicht-, begreif- und verstehbar. In diesem Workshop wollen wir innere Bilder lebendig werden lassen und spielerisch zum Ausdruck bringen. Mit Hilfe assoziativer Anreicherung unserer Imaginationen durch die Gruppe gewinnen diese zusätzlich an Bedeutung.

3. „Raum und Körper“

Interaktion mit Kindern und Jugendlichen beinhaltet immer auch konkretes Tätigwerden und körperliches Sicheinlassen. Um das psychophysische Ausdrucksgeschehen, die immerwährenden Körperdialoge zwischen Patient*in und Psychotherapeut*in zu verstehen und sie für den Therapieprozess nutzbar machen zu können, ist es hilfreich, unsere eigenen Bewegungskonzepte, unsere Körpersprachen, unser Bewegtsein im Raum zu erkunden.

4. „Formen und Farben“

Im Umgang mit künstlerisch-therapeutischen Medien erschließen wir unterschiedliche Ausdrucksmöglichkeiten jenseits verbaler Kommunikation. Über die träumerisch „dissoziativen“ Prozesse bei der bildnerischen Gestaltung begegnen wir eigenem unbewussten Material, Kindheitsorten und unserem inneren Kind. Die Gruppe dient als Resonanzboden und zum vertieften Verstehen nonverbaler Ausdrucksformen.

5. „Outfit und Input“

Besonders in Zeiten des Umbruchs, der Verunsicherung und Veränderung findet unser vor- und unbewusstes Erleben auch Ausdruck über die persönliche Art der „Außengestaltung“, über Handlungsdialoge und die eigene Zugehörigkeit zu bestimmten Subkulturen. Wir wollen erfahren, wie wir selbst in unserer Kindheit und Jugend durch Kleidungsstil, Medienvorlieben, Peergroup usw. Ängste zu kompensieren und unsere Identität zu finden hofften.

Organisatorisches

Teilnehmerkreis: Sechs bis acht Personen in Ausbildung zum/zur Psychotherapeut*in für Kinder und Jugendliche bzw. Erwachsene, approbierte Kolleg*innen, Berater*innen während und nach ihrer Weiterbildung.

Vorbedingung: begonnene Lehranalyse bzw. Lehrtherapie

Zeitrahmen und Kosten

Termine: nach Absprache

  • 12 Std – 180.- € pro Teilnehmer*in
  • 8 Std – 120.- € pro Teilnehmer*in

Anmeldung und Kontakt

Bei Interesse an einem bestimmten Workshop, wenden Sie sich bitte an
Dipl.Sozpäd. Maria Anna Bauer – Telefon: 089 – 341764

Fortbildungs­informationen zum Downloaden